Größtes Betonfertiger-Projekt von Wirtgen

Aserbaidschan ist ein Land im Aufbruch: Die südkaukasische Republik am Kaspischen Meer zählt aufgrund des Ölbooms und wachsender Einnahmen aus dem Erdgasgeschäft zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Ein Großkunde der Wirtgen International GmbH, der private Baukonzern Akkord, baut mit Wirtgen Gleitschalungsfertigern im Auftrag der Regierung des Landes eine fast 200 km lange Autobahn von der Hauptstadt Baku mit dem wichtigsten Industriehafen bis zur Stadt Quba im Norden der asiatischen Republik.

Ziel ist es, die eigenen Wirtschaftsregionen enger und schneller miteinander zu vernetzen. Darüber hinaus sollen die Haupttransportwege für den Schwerlastverkehr in die Nachbarstaaten Russland, Georgien, Iran und Armenien gestärkt werden. An den umfangreichen Erdbauarbeiten sind noch weitere „Familienmitglieder“ der Wirtgen Group beteiligt: An die 40 Hamm Walzenzüge vom Typ 3516 leisten auf den verschiedenen Streckenabschnitten die Notwendigen Vorarbeiten im Erdbau, um den Untergrund für die Betondecke professionell zu verdichten.

Vier komplette Einbauzüge aktiv

Die Dimensionen der Großbaustelle sind gewaltig. Das bestätigt auch Werner Aeschlimann, Product Support Manager Slipform Paving der Wirtgen GmbH: „Dies ist bisher die größte Baumaßnahme unserer Produktsparte, bei der bei einem Kunden gleichzeitig vier komplette Einbauzüge vom Typ SP 1500 L und SP 1600 laufen, jeweils mit Oberbetonfertiger und Unterbetonfertiger sowie mit Nachbehandlungsgeräten vom Typ TCM 1800. Die Maschinen bauen seit Ende April 2008 eine zweispurige neue Autobahn aus Beton ein. Zwei weitere Gleitschalungsfertiger vom Typ SP 250 sind für Offset- Arbeiten wie Sicherheitsleitwände sowie Rinnen und Bordsteine im Einsatz.“ Die Autobahn ist auf eine hohe Verkehrsbelastung und lange Lebensdauer ausgerichtet. Die Betondicke beträgt insgesamt 28 cm. 20 cm werden für den Unterbeton, 8 cm für den Oberbeton eingebaut. Auf den einzelnen Bauabschnitten arbeiten die größten Geräte der Wirtgen Gleitschalungsfertiger- Sparte mit Arbeitsbreiten von 9 m bzw. 12 m. Einbaumannschaften mit rund 25 Mitarbeitern sind jeweils an einem Baulos aktiv und bedienen rund um die Uhr die auf hohe Präzision ausgerichteten Geräte für den automatischen Betoneinbau.

Ein 24-Stunden-Job für den Wirtgen Kundenservice

Eine Kundenservice-Mannschaft aus dem Stammwerk in Windhagen begleitete den Kunden mit seinen fabrikneuen Maschinen während der ersten Projektphase intensiv. Ein Duo von zwei Servicetechnikern pro Einbauzug betreute fast drei Monate lang die Gleitschalungsfertiger an den Baulosen, eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, bei der die Leistungsfähigkeit des Kundenservice tagtäglich unter Beweis gestellt wurde. Das Aufgabenspektrum hatte es in der Tat in sich: Der Aufbau der Einbauzüge, die Einweisung der Bedienmannschaft in die neuen Geräte sowie die Betreuung der Maschinen während der ersten Bauarbeiten am Großprojekt gehörte zum umfassenden Dienstleistungspaket Und die Bedingungen auf der Baustelle waren auch für die weltweit erfahrenen Servicetechniker extrem hart: Die große Hitze des Steppenklimas in der Hochphase des Bauprojektes während der heißen Sommermonate machte allen Beteiligten stark zu schaffen. Mario Weber vom Kundenservice- Team beschreibt aber auch noch die maschinentechnischen Herausforderungen vor Ort: „In einigen Bauabschnitten mussten die Maschinen mehrmals in kürzester Zeit umgesetzt werden, da der Erdbau sich verzögerte. Dabei sollte der Betoneinbau 24 Stunden und an allen sieben Tagen der Woche stattfinden. Das hieß natürlich auch, dass der Wirtgen Kundenservice 24 Stunden verfügbar sein musste.“ Die drei parallel laufenden Bauabschnitte zogen deshalb einen hohen logistischen Aufwand bei enormem Zeitdruck nach sich. Um das große Volumen und das rasante Tempo zu bewältigen, wurden die Baulose mit vier Mischanlagen beschickt, die auf der Strecke von Baku nach Quba speziell für diesen Zweck aufgestellt waren. Für den Ernstfall standen in unmittelbarer Nähe für jeden Einbauzug Container mit Emergency Kits sowie Ersatz- und Verschleißteilen für die ersten 1.500 Betriebsstunden bereit.

Die Baustelle: Autobahn Baku, Aserbaidschan
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