Heiß auf Heiß - HAMM-Tandemwalzen beim InLine Pave-Einbau

Konventioneller Schwarzdeckeneinbau besteht aus drei Arbeitsgängen: Einbau der Tragschicht, Einbau der Binderschicht und Einbau der Deckschicht. Jetzt gibt es eine interessante Alternative, denn seit einiger Zeit bietet VÖGELE, Marktführer für Asphaltfertiger, das neue, revolutionäre „InLine Pave“-Verfahren an. Damit entstehen Binder- und Deckschicht in nur einem Arbeitsschritt. Dahinter verdichten Tandemwalzen das Asphaltpaket. Bei der Analyse dieser abschließenden Verdichtung hat sich herauskristallisiert, dass die besten Verdichtungsergebnisse durch eine dynamische Verdichtung mit Oszillation erzielt werden. Beim Neubau der 5,5 km langen B 178 (n), rund 80 Kilometer südöstlich von Dresden, wurde dies mit HAMM-Tandemwalzen vom Typ DV 90 eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das zuständige Straßenbauamt Bautzen hatte für den Neubau die „Kompaktbauweise“ explizit ausgeschrieben, weil dieses System Kosten und Materialverbrauch drastisch senkt. „Wichtig ist bei dieser Technologie, dass beide Asphaltsorten im richtigen Rhythmus, in der passenden Qualität und in der notwendigen Menge angeliefert werden. Wenn das funktioniert, kann man die Baukosten vom ersten Meter weg halbieren“, lobte ein Verantwortlicher der ausführenden Bauunternehmung STRABAG die Wirtschaftlichkeit des VÖGELE-Verfahrens.

Oszillation perfekt geeignet für zweischichtigen Asphalteinbau

Eine zusätzliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit ergibt sich durch den Einsatz von Oszillations-Walzen von HAMM. Diese Verdichtungsgeräte nutzen die Vorteile der dynamischen Verdichtung und erzielen in kürzester Zeit die geforderten Verdichtungsgrade.

Diesen Mehrwert nutzte man auch beim Bau der B 178. Unmittelbar hinter dem Einbauzug sorgten zwei HAMM-Tandemwalzen vom Typ DV 90 für die perfekte Verdichtung des Asphaltbelags. Anwendungsberater Gerd Lenz von HAMM nennt nähere Details: „In einer Versuchsreihe wurden auf dieser Baustelle anfangs die Verdichtungsergebnisse einer DV 90 mit Oszillation und einer DV 90 mit Vibration verglichen. Die Analyse zeigte, dass die Oszillationsverdichtung für das InLine Pave-Verfahren mit Abstand am besten geeignet ist.“ Darum betrieb das Team die DV 90 bei dieser Baumaßnahme während der dynamischen Verdichtung ausschließlich mit Oszillation.

Die Gründe für die Überlegenheit der Oszillationsverdichtung liegen bei dieser Anwendung vor allem in der Konstellation der zwei Schichten: Während bei einer konventionellen Asphaltdecke die Dicke der Binder- und Deckschicht 8 bzw. 4 cm beträgt, sind es beim zweischichtigen Aufbau 10 bzw. 2 cm. „Die relativ dünne Deckschicht würde durch eine Vibrationsverdichtung so stark belastet, dass sich das Material verschiebt“, weiß Gerd Lenz und ergänzt: „Unter bestimmten Voraussetzungen könnte sich der Schichtenverbund sogar auflösen. Die Verhältnisse sind ähnlich wie beim Verdichten von Dünnschichtbelägen, die man auch nur statisch oder mit Oszillation verdichten kann.“ Mit HAMM-Oszillationswalzen vermeidet man diese Risiken, kann dynamisch und damit zügig verdichten und sorgt zugleich für eine perfekte Textur und eine hervorragende Anfangsgriffigkeit der Oberfläche.

Oszillation: effektiv, schnell, schonend

Vibration oder Oszillation: Wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Verdichtungsverfahren? Traditionell sind Vibrationswalzen mit einem Kreisrüttler in der Bandage ausgestattet. Je nach Drehzahl und Masse des Erregers werden verschieden große Zentrifugalkräfte erzeugt und vertikal über die vibrierende Bandage in den Boden eingeleitet. Ist das Material nach einer gewissen Anzahl von Übergängen ausreichend verdichtet, kommt es durch eine weitere Vibrationsbeaufschlagung zu einer schädlichen Kornzertrümmerung bzw. zu unerwünschten Auflockerungen der verdichteten Schicht.

Ganz anders sind die Verhältnisse dagegen bei der Oszillationstechnik: Hier erzeugen gleichsinnig drehende Massen ein Moment um die Bandagenachse. Das Moment ändert während einer Umdrehung der Masse seine Wirkrichtung und erzeugt eine horizontal oszillierende Bandagenbewegung. So werden vorwärts und rückwärts gerichtete Schubkräfte in den Boden eingeleitet. Das Ergebnis: Die auftretenden Schwingungsbelastungen liegen im Vergleich zur Vibration bei nur ca. 10 Prozent. Außerdem bleibt die Bandage in ständigem Kontakt mit dem Boden. Diese permanente Auflast trägt ebenfalls zur schnellen und homogenen Verdichtung bei. Insgesamt ist das Verfahren äußerst effektiv und schont dank der reduzierten Schwingungen nebenbei auch noch die Maschine.

DV 90: Garant für hohe Produktivität

Zurück zum InLine Pave-Einbauzug bei Dresden. Dort erreichte die Oszillationswalze DV 90 VO bereits nach drei Übergängen den geforderten Verdichtungsgrad. Die Oszillationsbandage arbeitete mit einer Frequenz von 42 Hz und generierte eine Verdichtungskraft von 167 kN. Dank ihrer enormen Produktivität hielten die beiden allradgelenkten Tandemwalzen vom Typ DV 90 das hohe Tempo beim Einbau der 7,50 m breiten Fahrbahn problemlos mit.

Hintergrundinfos zur Oszillation

Die Baustelle: B 178 in der Nähe von Dresden
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