Hamm AG eröffnet modernstes Bandagenwerk der Welt

Im neuen Bandagenwerk (links im Bild) in Tirschenreuth stellt Hamm künftig die Vibrations- und Oszillationsbandagen für alle Tandemwalzen und Walzenzüge her. Insgesamt wurde das Werk für eine Kapazität von zunächst 14.000 Bandagen pro Jahr ausgelegt

Im neuen Bandagenwerk (links im Bild) in Tirschenreuth stellt Hamm künftig die Vibrations- und Oszillationsbandagen für alle Tandemwalzen und Walzenzüge her. Insgesamt wurde das Werk für eine Kapazität von zunächst 14.000 Bandagen pro Jahr ausgelegt

Mit dem Bau des modernsten Bandagenwerks der Welt hat die Hamm AG erneut massiv am Standort Tirschenreuth investiert und ihr Werk erweitert. Seit Anfang September 2008 wird auf einer Fläche von über 10.000 m² eine der Kernkomponenten der Walzen nun im eigenen Werk hergestellt.

Durch die Zusammenführung von Bandagenherstellung und Walzenmontage an einem Standort kann Hamm künftig noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren. „Die neuen, hochmodernen Fertigungsanlagen sind grundsätzlich auf die Serienproduktion ausgelegt. Mit diesen Maschinen können wir aber auch kleinste Lose effizient herstellen. Dieser Aspekt gewinnt in Zeiten einer stetigen Diversifizierung der Märkte und Produkte kontinuierlich an Bedeutung“, erklärt Vorstand Dr. Oliver Krill die Entscheidung für die Investition im zweistelligen Millionenbereich. „Nun sind wir in der Lage, innerhalb von 24 Stunden auf kurzfristige Anfragen unserer Produktion zu reagieren und jeden gewünschten Bandagentyp zu fertigen“, so der für die Ressorts Technik und Produktion verantwortliche Vorstand Dr. Krill weiter.

Im Rahmen der Werkserweiterung schafft Hamm mittelfristig insgesamt etwa 50 neue Arbeitsplätze. Zahlreiche Spezialkräfte wurden schon vor und während der Inbetriebnahmephase eingestellt, um den Aufbau mit ihrem Fachwissen von Anfang an zu unterstützen.

Im Gebäude des Bandagenwerks entstand außerdem ein hochmodernes Ersatzteilzentrum. Rund 17.000 verschiedene Ersatzteile für die Hamm-Walzen sind dort wege- und bedarfsoptimiert gelagert. Highlight ist ohne Frage das Vertikallift-Lager für mehr als 6.000 Kleinteile. Insgesamt hat der Walzenhersteller durch den Aufbau des Ersatzteilzentrums die Kommissionierung und Abwicklung der Ersatzteilbestellungen erheblich einfacher und schneller gestaltet und damit den ohnehin vorbildlichen Kundenservice weiter verbessert.

Bei der Fertigstellung der Außenanlagen nutzte Hamm selbstverständlich Maschinen aus der Wirtgen Group

Bei der Fertigstellung der Außenanlagen nutzte Hamm selbstverständlich Maschinen aus der Wirtgen Group

Hintergrundinformation zum Bandagenwerk:

Häufig wird übersehen, dass Bandagen der Hamm-Walzen viel mehr sind als nur schwere Stahlzylinder. In diesen Bauteilen stecken wesentliche Elemente der Verdichtungstechnik, so zum Beispiel der Fahrantrieb und der Vibrations- bzw. Oszillationsantrieb. Aber auch die sensiblen Messinstrumente zur dynamischen Verdichtungskontrolle sind Bestandteil der Hamm-Bandagen.

Für die Fertigung der Bandagen investierte Hamm in hochmoderne Produktionsanlagen erster Qualität von namhaften Herstellern. Aus den flachen Blechen entstehen in CNC-gesteuerten 4-Walzen-Rundbiegemaschinen die Bandagen-Rohlinge. Nachdem die Längsnähte im Unterpulverschweißverfahren verschweißt sind, werden im nächsten Prozessschritt die Ronden in diese Rohlinge eingesetzt. High-Tech-Schweißroboter mit 13 bzw. 15 Achsen verschweißen dann im Schutzgasschweißverfahren die Ronden mit den Bandagenkörpern. Danach werden in einem vollautomatischen Bohrwerk pro Bandage bis zu 100 Bohrungen und Passungen gefertigt, Gewinde geschnitten und Planflächen gefräst.

Nach dem Fräsen bzw. Überdrehen der Bandagen erfolgt die Montage der Vibrations- und Fahrantriebe. Sind sie montiert, erhalten die nunmehr kompletten Bandagen in einer modernen, äußerst umweltfreundlichen Lackieranlage mit Wärmerückgewinnung und hochwirksamen Abluftfiltern einen schützenden Farbauftrag. Von dort werden sie ins angrenzende Montagewerk transportiert und in den Asphalt- und Erdbauwalzen verbaut.

EN DE