30 Jahre 3D-Maschinensteuerung:
Eine Technologie, die die digitale Baustelle prägt
Ein Interview mit Matthias Fritz über Innovation, Pioniergeist und den Weg zum Wirtgen AutoPilot und Smart LevelPro
Seit drei Jahrzehnten zählt Wirtgen zu den treibenden Kräften bei der Entwicklung intelligenter Maschinensteuerungen. Was als kleines Projektteam mit der Leica Geosystems AG begann, ist heute eine der prägendsten Technologien in der Bauindustrie – mit Lösungen, die weltweit Maßstäbe setzen.
Im Gespräch blickt Matthias Fritz, Application Manager 3D Control Systems bei der Wirtgen GmbH, auf die wichtigsten Meilensteine zurück, erklärt technische Wendepunkte und zeigt, warum Kundenorientierung bis heute der Schlüssel zum Erfolg ist.
Herr Fritz, wie hat das Projekt Mitte der 90er Jahre begonnen?
Ich komme ursprünglich aus der Ingenieursvermessung. Nach meinem Studium habe ich zunächst in einem Ingenieurbüro gearbeitet und bin dann zu Leica Geosystems in die Schweiz gewechselt. Dort war ich Teil eines kleinen, aber feinen Teams – drei Vermesser, ein Softwareentwickler und unser Business Director Olaf Katowski. Genau in dieser Konstellation begann die Zusammenarbeit zwischen Wirtgen und Leica. Ein Kunde in Deutschland stand vor einer großen Herausforderung: dem Bau einer ICE-Strecke mit einem völlig neuen Verfahren – der sogenannten festen Fahrbahn. Statt klassischer Holzschwellen und Schotter sollte Beton als fester Unterbau eingesetzt werden. Für die sehr hohen Genauigkeitsanforderungen dieses Bauverfahrens gab es damals schlicht kein wirklich passendes Mess- und Steuerungssystem.