Gruppenbild vor einer Kleemann Anlage

August 2026 | Lesezeit: 7 min

Wenn Gestein den Stein ins Rollen bringt

Wie moderne Kleemann Technik die Wiederbelebung einer indigenen Gemeinschaft in Kanada unterstützt

Die seit 176 Jahren bestehende indigene Gemeinschaft Garden River First Nation im kanadischen Ontario bewegt momentan viele Menschen zur Rückkehr in das Reservat. Grund dafür sind neue berufliche Perspektiven und die positive Entwicklung der Gemeinschaft. Eine wichtige Grundlage bildet das Geschäft mit der Aufbereitung von Gesteinskörnungen. Moderne Anlagen tragen dazu bei, wirtschaftliches Wachstum zu sichern und nachhaltige Einnahmen zu generieren. Die daraus erzielten Gewinne werden direkt innerhalb der First Nation reinvestiert: In neue Arbeitsplätze, Wohnraum und Zukunftsperspektiven für die Menschen vor Ort.

Im Rahmen eines aktuellen Projekts liefert Garden River Gesteinskörnungen für den 16 Kilometer langen Abschnitt von Highway 17A, der direkt durch das Reservat verläuft und auch als Umgehung für den landesweiten Trans-Canada Highway dient. Um die Anforderungen im Hinblick auf Tonnage und Kornqualität zu erfüllen, wurde in einen Kleemann Maschinenpark investiert, der einen Backenbrecher, zwei Kegelbrecher, zwei Siebanlagen und ein Haldenband umfasst. Je nach Anforderung an das Endprodukt arbeiten die Maschinen in Kombination als primäre, sekundäre und tertiäre Brech- und Siebanlagen.

Kartenausschnitt

Die indigenen Gemeinschaften in Kanada sind lebenswichtig für das Gefüge des Landes, denn sie erhalten die indigene Kultur, die Sprache und familiäre Bindungen. In einigen Gemeinschaften schrumpfen aber die Bevölkerungszahlen, da es viele Mitglieder in die größeren Zentren zieht, wo es mehr Bildungschancen, Jobs und Wohnraum gibt. Im Reservatgebiet Garden River 14 (700 Kilometer nordwestlich von Toronto) hat die Garden River First Nation (Ketegaunseebee in der Sprache der Ojibwe) 3500 Mitglieder. Knapp über 1000 Menschen leben direkt im Reservat. 200 davon sind in der Gemeinschaft selbst angestellt, davon sind aktuell 13 in der Materialaufbereitung beschäftigt. Das aufbereitete Material ist sehr wichtig für den Bau der Infrastruktur und die neu angeschafften Kleemann Maschinen tragen zu höherem Umsatz und mehr Jobs bei.

Investition in die Zukunft

Die Erneuerung des Straßenbelags läuft seit Ende 2025 und wird bis 2028 dauern. Benötigt werden fast 100.000 Tonnen Material für die Tragschicht, 170.000 Tonnen Unterbaumaterial sowie 100.000 Tonnen Asphaltstaub und Superpave. Letzteres ist ein modernes, leistungsbasiertes System für die Herstellung von Asphaltmischungen und die Auswahl von Straßenbelag-Bindemitteln, das entwickelt wurde, um sicherzustellen, dass der Belag extremen Temperaturschwankungen und hohem Verkehrsaufkommen problemlos standhält. „Als wir erfuhren, dass die Umgehungsstrecke saniert wird und wir als Partner an diesem Projekt mitwirken, wurde uns bewusst, dass unser damaliger Brecher veraltet war und einige Produkte, wie zum Beispiel Superpave, nicht herstellen konnte“, erinnert sich Chris Morettin, Business Entities Manager der Garden River First Nation. „Wir mussten dieses Modell durch ein neues System ersetzen, das in der Lage war, die Anforderungen des Verkehrsministeriums von Ontario zu erfüllen.“

Der zwei Jahrzehnte alte Prallbrecher musste permanent gewartet werden und konnte mit den Anforderungen der Produktion nicht mithalten. Morettin und Travis Belleau, Leiter der Materialaufbereitung, haben sich umfassend über neuste Technologien informiert. Im Frühjahr 2025 fiel dann die Entscheidung für einen Kleemann Anlagenzug. „Wir haben eine Finanzanalyse auf der Grundlage der zu erwartenden Umsätze durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass sich der Kauf dieser Ausrüstung über die Dauer dieses Projekts hinweg amortisiert“, so Morettin.


Höhere Effizienz und Qualität mit den richtigen Maschinen

„Im Norden von Ontario gibt es viel Hartgestein. Je härter das Gestein ist, umso größer sind die Schäden an einem Prallbrecher. Deshalb kommen in dieser geografischen Region häufig Backen- und Kegelbrecher zum Einsatz. Sie sind einfach kosteneffizienter”, erklärt Richard Perzan, Vice President Sales, Construction and Forestry (Central) bei Brandt, dem lokalen Wirtgen Group Händler in Kanada.

Die Durchsatzleistung des Backen- und Kegelbrechers ist deutlich größer als die des Prallbrechers. Belleau bemerkte nach der Umstellung einen riesigen Unterschied: „An einem guten Tag konnten wir mit dem alten Prallbrecher vielleicht 25 Tonnen pro Stunde verarbeiten. Jetzt können wir bis zu 200 Tonnen pro Stunde erreichen. Das ist gewaltig.“

Intuitiv, modern und sicher

Neben der Kraftstoffeffizienz ist Belleau auch von der intuitiven Bedienung angetan. „Ich bin noch nicht so lange in der Materialaufbereitung tätig. Für mich war der Umgang mit den Maschinen aber sehr einfach. Und ich denke, das spricht Bände“, fügt er hinzu. „Was mir am Touchscreen am besten gefällt, sind die vielen sichtbaren Informationen.“

Belleau mag außerdem, dass der Touchscreen im SPECTIVE Bedienkonzept auch bei der Behebung von Problemen hilfreich ist. „Unsere alte Maschine hatte kein Touchscreen. Man musste also viel probieren und experimentieren. Die neuen Brechanlagen können dir genau sagen, wo welcher Fehler vorliegt. Man muss sich nicht an die Problembehebung herantasten. Dadurch kann man Fehler schnell diagnostizieren, defekte Teile austauschen und die Maschine im Handumdrehen wieder in Betrieb nehmen. Das ist ein riesiger Vorteil“, betont er.

Siebanlage aus der Vogelperspektive.

Die Sicherheitsfunktionen sind auch ein wichtiges Merkmal für die Crew von Garden River. „Uns gefällt, wie die Maschine sich selbst schützt. Sie schaltet sich im Problemfall selbst aus und gibt dabei einen Alarm aus – als Bediener muss man dann einfach nur zur Maschine gehen und den Code diagnostizieren. Der in den Maschinen integrierte Sicherheitsfaktor hat uns entscheidend geholfen, die Maschinen kennenzulernen und zu verstehen, um sie länger betreiben zu können“, meint Belleau.

Perzan gefällt die intelligente Linienkopplung, die die Maschinen ebenfalls schützt. „Sensoren erkennen, wenn der Kegelbrecher zu voll wird und die Linienkopplung regelt die Geschwindigkeit der Aufgabeeinheit des Backenbrechers herunter.“

Mobilität zählt

Ein weiterer Vorteil der neuen Maschinen ist ihre Mobilität. Belleau ist beeindruckt, wie einfach die Maschinen aus dem Produktions- in den Transportmodus gebracht werden können. „Man schaltet einfach die Fernbedienung ein, dreht eine Taste, drückt einen Knopf und lässt die Maschine ihre Startfreigabe machen. Zehn Sekunden später kann man die Maschine einfach dort hinbringen, wo man sie braucht. Sie ist nicht fest installiert, so wie die alte stationäre Anlage. Wenn wir auf der Baustelle einen besseren Platz zum Arbeiten finden, kann alles dorthin bewegt werden. Sie läuft auf Raupenfahrwerken und kann zu einer neuen Stelle gebracht und schon am nächsten Tag eingerichtet werden.“

Tolles Produkt

Tolles Projekt

Das Sanierungsprojekt für die Umgehung des Trans-Canada Highway ist mehr als nur ein Infrastrukturausbau – es ist ein Beleg dafür, wie strategische Investitionen in moderne Technologie die wirtschaftliche Selbstbestimmung und das Wachstum der Gemeinschaft fördern kann. Mit der Auswahl von Ausrüstung, die herausragende Effizienz, niedrigere Betriebskosten und höhere Austragsleistung möglich macht, ist die Garden River First Nation nicht nur für die aktuellen vertraglichen Anforderungen, sondern auch für künftige geschäftliche Möglichkeiten im Sektor der Materialaufbereitung bestens gerüstet.

Wiederbelebung der Gemeinschaft

Das Ziel ist die Reinvestition der Einnahmen in die Wiederbelebung der Gemeinschaft. Die Gruppe hat im letzten Jahr 20 neue Häuser gebaut und alle dafür benötigten Gesteinskörnungen selbst bereitgestellt. Und mit der Eröffnung mehrerer Unterabteilungen hält das wirtschaftliche Wachstum an. „Auf diese Weise erhalten wir mehr Arbeit für die Gemeinschaft und geben mehr Menschen die Möglichkeit zur Rückkehr“, so Belleau. Die Sanierung des Highways 17A bringt nicht nur im Bereich der Materialaufbereitung neue Arbeit, sondern auch beim Straßenbau – wofür Maschinenbediener, Arbeiter, Vermesser und andere Kräfte benötigt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Während die Garden River First Nation die Materialaufbereitung ausbaut, unterstützt das Fundament, das mit dieser Investition in Kleemann gelegt wurde, das Wachstum der Gemeinschaft in den kommenden Jahren. Das ermöglicht die Erhaltung der indigenen Kultur, der Sprache und der familiären Bindungen. Mit ihren 176 Jahren beweist Garden River, dass die Bewahrung der Tradition und die Hinwendung zu Innovation sich nicht gegenseitig ausschließen – vielmehr ist das die Formel für die Schaffung einer erfolgreichen und nachhaltigen Zukunft.

Anlagenzug:
  • Backenbrecher: ein MOBICAT MC 110 EVO2
  • Kegelbrecher: zwei MOBICONE MCO 90 EVO2
  • Siebanlage: zwei MOBISCREEN MSC 953 EVO
  • Austragsleistung: ca. 200 t/h
Material:
  • Aufgabematerial: Granit und Quartz
  • Endmaterial:
    Granulat A: Straßentragschicht,
    Granulat B: Unterbauschicht,
    Superpave
MOBICAT Backenbrecher Stage

Mobile Backenbrecher

MOBICONE Kegelbrecher Stage

Mobile Kegelbrecher

MOBISCREEN Siebanlagen Stage

Mobile Siebanlagen

Kompletter Steinbruch aus der Vogelperspektive

Medien Presse

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