TBA 3000 Plus mit REVOC-System
November 2026 | Lesedauer: 6 Min.
Vorausschauendes Handeln sichert die Asphaltproduktion im Piemont
Mit ihrer neuen TBA 3000 Plus kann das italienische Bauunternehmen Bitux Spa den Herausforderungen der nächsten Jahre gelassen entgegensehen. Die Benninghoven Anlage überzeugt nicht nur durch hohe Leistungskapazitäten bis zu 240 t/h und eine große Vielfalt von Rezepturen, sondern ermöglicht dank des patentierten REVOC-Systems von Benninghoven die Realisierung hoher Recycling-Zugaberaten unter Einhaltung der strengen Emissionsgrenzwerte im Piemont für Cges von 30 mg/m³.
Verschärfte Umweltbedingungen stellen an Betreiber von Asphaltmischanlagen immer wieder neue Anforderungen. So auch im Piemont, wo Bitux Spa seinen Firmensitz nahe Turin hat. Hier hat das italienische Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit im Jahr 2024 mit dem sogenannten „CAM Strade“ eine Vorordnung zur Berücksichtigung der Umweltauswirkungen in allen Pasen des Infrastrukturbaus erlassen – von der Planung bis hin zur Instandhaltung. Unter anderem regelt der Erlass die bei der Verwendung von Recyclingasphalt entstehenden Emissionen. Da Bitux am Standort Foglizzo Recycling-Mischgüter produziert, musste das Unternehmen handeln, um auch in Zukunft dauerhaft hohe Recycling-Zugaberaten wirtschaftlich und sicher realisieren zu können.
Bereits 2018 investierte das italienische Unternehmen in eine Benninghoven Anlage vom Typ BA 5000. Die Anlage überzeugt seit ihrer Inbetriebnahme durch konstant hohe Produktionsleistungen, Rezepturvielfalt, durch anwenderfreundliche Bedienung und Wartung sowie zuverlässige Performance.
So verwundert es nicht, dass sich Bitux bei der Anschaffung einer zweiten Anlage erneut für eine technologische Lösung von Benninghoven entschied: die TBA 3000 Plus mit REVOC-System. „Wir haben uns für eine zweite Anlage von Benninghoven auch wegen der hohen Zuverlässigkeit entschieden. Seit Inbetriebnahme der ersten Anlage gab es praktisch keine Stillstände“, berichtet Silvia Valle, Geschäftsführerin von Bitux Spa. Ein weiterer Vorteil: An beiden Anlagen sind die Steuerungen identisch, sodass sich die Bediener nicht umstellen müssen. Diese Vereinheitlichung trägt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung bei.
Angesichts steigender Rohstoffpreise setzt Bitux auf hohe Recyclingzugabequoten bei der Asphaltproduktion, um durch weniger Einsatz von Neumaterial wirtschaftliche Einsparungen zu erzielen und eine stabile Marktposition behaupten zu können. Zwar liegt der zulässige Altasphaltanteil in Italien derzeit nur bei lediglich 30 %, doch Bitux ist für eine mögliche Erhöhung der Quoten bereits bestens gerüstet. Sowohl die BA 5000 als auch die TBA 3000 Plus ermöglichen Recyclingquoten bis zu 40 %.
Das Inkrafttreten des CAM-Strade markiert einen Wendepunkt. Der Ministerialerlass legt eine Erhöhung der Recyclingrate von 20 % auf bis zu 60 % fest, vorausgesetzt, die Emissionsgrenzwerte für Cges von 30 mg/m³ werden garantiert eingehalten. Diese Vorgabe wird für Anlagenbetreiber zur zentralen Herausforderung und erforderte von Bitux eine Neuorientierung, um die Betriebsgenehmigung zu behalten.
Den genauen Bestimmungen des CAM-Strade können Sie hier nachlesen:
Informationen der italienischen Regierung
Die Lösung lieferte das patentierte REVOC-System von Benninghoven, das in die TBA 3000 Plus integriert wurde. Die patentierte Technologie ergänzt bestehende Kalt- und Heißzugabe Recyclingsysteme. Ist das System technisch optimal abgestimmt und auf die Anlage angepasst, lassen sich hohe Recycling-Zugaberaten unter Einhaltung strenger Emissionsgrenzwerte realisieren. REVOC trägt entscheidend zur Standortsicherung einer Anlage bei, da Anlagenbetreiber gegenüber den behördlichen Regularien abgesichert sind und weiterhin wirtschaftlich produzieren können.
Exkurs
REVOC-System reduziert Gesamtkohlenstoff-Emissionen
Beim Erhitzen des Ausbauasphaltes und dem darin enthalten Altbitumen entstehen kohlenstoffhaltige Stoffe (Cges/engl. VOC), die verdampfen. Diese werden zur thermischen Nachbehandlung in das REVOC-System geleitet und dort eliminiert. Das System ist so dimensioniert, dass eine saubere und vollständige Verbrennung gewährleistet ist.
Der Grenzwert von 30 mg VOC ist für Bitux in der Umweltgenehmigung „AUA“ (Autorizzazione Unica Ambientale) festgelegt, die von der Città Metropolitana di Torino erteilt wurde. (Zuständigen Behörde für die Vorschriften zu Umweltemissionen von Anlagen in der Provinz Turin).
Bereits durch geringe bauliche Veränderungen können Bestandsanlagen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die vergangenen zwei Jahre haben Silvia Valle gezeigt, dass das REVOC-System alle Erwartungen hinsichtlich der vorgeschriebenen Grenzwerte erfüllt – und mehr noch – dass die Effizienz der Anlage gesteigert und die Betriebskosten gesenkt werden konnten. Daher möchte die Geschäftsführerin der Bitux auch die BA 5000 nachrüsten. Geringe bauliche Veränderungen reichen aus, um die Bestandsanlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2018 hat die BA 5000 beeindruckende 1.550.000 Tonnen Asphaltmischgut produziert. Mit der neuen TBA 3000 Plus wurde die Produktion nun um weitere 20 % gesteigert. Durch den Einsatz dieser zweiten Anlage ist zum einen immer eine konstante Produktionsleistung gewährleistet ist. „Dass wir auf zwei Anlagen zählen können, hat uns zweifellos große Stabilität verschafft“, so Silvia Valle. Neben der konstanten Produktionsleistung gibt es jedoch noch einen anderen wichtigen Aspekt. Durch den parallelen Betrieb der BA 5000 und der TBA 3000 Plus ist es möglich, Sonderaufträge und Standardproduktion gleichzeitig zu bedienen. Bitux konzentriert sich verstärkt auf Nischenmärkte und kann nun auch spezielle Kundenwünsche wie beispielsweise farbige Asphaltmischungen wirtschaftlich und flexibel realisieren. Bisher musste zu Herstellung von Sondermischungen die gesamte Produktion vorübergehend umgestellt werden.
Auch mit Blick auf die Zukunft setzt Bitux auf innovative Lösungen. Ein zentrales Thema ist dabei die Herstellung von temperaturabgesenktem Asphalt mithilfe der Schaumbitumen Technologie von Benninghoven. In den kommenden Monaten wird das neue Modul intensiv getestet.
Exkurs Info CAM-Strade
Der italienische Ministerialerlass vom 5. August 2024 (Dekret des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit) legt die minimalen Umweltkriterien (Criteri Ambientali Minimi – CAM) für den Bau, die Wartung und den Ausbau von Straßeninfrastrukturen fest (CAM-Strade). Der Erlass trat am 21. Dezember 2024 in Kraft und wurde später durch den Erlass vom 11. September 2025 ergänzt.
Inhalt und Ziele