Bau des Lagos-Calabar Coastal Highway
Bau des Lagos-Calabar Coastal Highway
Oktober 2026 | Lesedauer: 6 Min.
Die Anforderungen an eine Verkehrsader dieser Kategorie sind hoch. Hohe Ebenheit und Dauerhaftigkeit sind Voraussetzungen für die neue Straße und damit den Erfolg des ambitionierten Projekts. Unabhängig von der erwartet starken Verkehrsbelastung und den widrigen Witterungsbedingungen muss die Fahrbahn den Ansprüchen gerecht werden. Daher fiel die Wahl schnell auf Beton, genauer gesagt auf die CRCP-Bauweise. „Continuous reinforced concrete pavements“ sind durchgehend mit Stahl bewehrte Straßen aus Beton. Die Bewehrung ist nicht, wie sonst häufig nur an den Dehnungsfugen zu finden, sondern erstreckt sich durchgängig durch das gesamte Bauwerk und ermöglicht so eine sehr hohe Stabilität über viele Jahrzehnte. CRCP bietet außerdem erhebliche Vorteile hinsichtlich der Oberflächenqualität und reduziert den erforderlichen Wartungsaufwand. Mit dieser Bauweise lässt sich daher sicherstellen, dass die Straße über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eine hervorragende Performance bietet. Der hohe Bewehrungsanteil erhöht die strukturelle Stabilität des Bauwerks, während der kontinuierliche Einbauprozess auf voller Breite mit einem Gleitschalungsfertiger eine gleichmäßige und ebene Oberfläche gewährleistet. Entscheidende Faktoren für Fahrkomfort und langfristige Nutzbarkeit.
Jede Straße ist nur so stark, wie der Untergrund, auf dem sie errichtet wird. Um eine stabile Basis bereitzustellen, wird daher zunächst die Tragfähigkeit des Untergrunds verbessert. Der Aufbereitungsprozess beginnt mit Stabilisierern der WR-Serie, deren Mischrotor vorgelegtes Bindemittel sowie Wasser in den Boden einmischt und direkt vor Ort in einen homogenen Baustoff verwandelt. Das hergestellte Mischgut hat nach der Verarbeitung eine hohe Festigkeit, ist sehr beständig gegen Wasser und Frost und dadurch bestens geeignet als tragfähiger Untergrund. Im Anschluss übernehmen mehrere Hamm Walzenzüge die homogene Verdichtung und stellen eine ebene Oberfläche her. Das schafft optimale Voraussetzungen für die folgenden Schichten.
Im Vergleich zum Bodenaustausch überzeugt dieses Vorgehen durch eingesparte Ressourcen, weniger Lkw-Fahrten, kürzere Bauzeiten und niedrigere Kosten bei hoher Qualität.
Von der Bodenaufbereitung bis zum Betoneinbau setzt das ausführende Unternehmen Hitech Constuction Company Limited auf moderne Maschinen, Technologien und den Support der Wirtgen Group.
Die vorgelegten Bewehrungsmatten aus Stahl bringen nicht nur erhebliche Stabilität in das Bauwerk, sondern auch einige Herausforderungen mit sich. Der Beton muss von der Seite auf die Bewehrung vorgelegt werden, da die Transport-Lkw die Fläche nicht befahren können.
Durchgehende Bewehrung für CRCP-Bauweise erfordert Betonzuführung von der Seite
Häufig erfolgen das Vorlegen und die Verteilung des Betons auf der Fläche mit einem Bagger. Dabei ist zu beachten, dass die Einbaugeschwindigkeit des Fertigers maßgeblich davon abhängt, wie schnell und gleichmäßig der Beton vorgelegt wird. Insbesondere bei großen Einbaubreiten des Gleitschalungsfertigers, wie beim Coastal Highway in Nigeria genutzt, würden die Bagger dabei schnell an ihre Grenzen stoßen. Genau deshalb nutzt die Einbaucrew von Hitech in jedem seiner Einbauzüge einen WPS 102 zum Vorlegen. Lkw laden den Beton von der Seite direkt auf die klappbare Förderbandeinheit des WPS ab. Dieses leitet das aufgenommene Material zur Fahrbahnmitte. Mittels Verteilerschnecke wird das abgelegte Material auf der gesamten Breite verteilt und unverdichtet vorgelegt. Dadurch kann eine konstante Arbeitsgeschwindigkeit des Gleitschalungsfertigers ohne Unterbrechungen gewährleistet werden. Bagger sind lediglich noch zur Unterstützung notwendig, beispielweise wenn sich ein Lkw nicht vollständig entleeren lässt.
Beim Bau des Lagos-Calabar Coastal Highway werden mehrere Wirtgen Einbauzüge eingesetzt. Jede Einheit besteht aus einem WPS 102, einem SP 124 Gleitschalungsfertiger und einem TCM 180 Nachbehandlungsgerät. Die Einbaubreite beträgt 12 Meter in einem Durchgang. Dieses Setup reduziert einerseits die Fugen im Bauwerk auf ein Minimum und andererseits die Überfahrten und die Anzahl der erforderlichen Arbeitsschritte erheblich und gewährleistet gleichzeitig höchste Präzision. Hinter dem Gleitschalungsfertiger übernimmt das Nachbehandlungsgerät TCM die Erstellung der Quertextur auf der Oberfläche und bringt eine Dispersion auf, um den Beton vor vorzeitigem Austrocknen zu schützen. Der effiziente Ablauf sorgt für gleichbleibende Qualität über die gesamte Breite und über das gesamte Projekt hinweg. Wie wichtig bei einem Projekt dieser Größenordnung Logistik, Planung und Support sind, zeigt sich schnell anhand der Daten eines einzelnen Einbauzuges.
Daten eines Einbauzuges:
Mehrere Einbauzüge sind parallel im Einsatz
Insgesamt sind ca. 100 Wirtgen Group Maschinen bei diesem Projekt im Einsatz. Darunter mehrere Wirtgen Offset-Gleitschalungsfertiger, Einbauzüge bestehend aus WPS 102, SP 124 und TCM 180, Maschinen der WR-Serie, Streumaster Bindemittelstreuer und mehrere Hamm Walzenzüge.
Das ausführende Bauunternehmen Hitech setzt nicht nur aufgrund der Technologie auf Maschinen der Wirtgen Group, sondern insbesondere auch wegen der umfassenden Unterstützung während des gesamten Projekts. Von der Planung über die Umsetzung vor Ort bis hin zur kontinuierlichen Unterstützung bei Wartung und Reparaturen ist die Zusammenarbeit geprägt vom gemeinsamen Anspruch an bestmögliche Ergebnisse. Schulungen, technischer Support und der gegenseitige Austausch von Expertise direkt auf der Baustelle sind feste Bestandteile dieser Kooperation. Das Lagos-Calabar Coastal Highway Projekt ist damit nicht nur ein Beispiel für moderne Straßenbautechnologie, sondern auch ein starkes Zeugnis dessen, was durch echte Partnerschaft erreicht werden kann.
Der Lagos-Calabar Coastal Highway zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten Nigerias. Langlebige Straßen aus Beton werden wichtige Wirtschaftsstandorte entlang der Küste miteinander verbinden. Kürzere Reisezeiten, eine stärkere Anbindung ländlicher Regionen und eine bessere Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen sind das langfristige Ergebnis.