Grobstücksiebanlage sortiert gebrochenen Altasphalt.

Grobstücksiebanlage in der Asphaltaufbereitung

Entscheidender Schritt zur selbstständigen Materialaufbereitung mit Kleemann

Mit einer Jahresproduktion von über einer Million Tonnen Asphaltmischgut zählen die Nordwestdeutschen Mischwerke (NWM) zu den größten Herstellern von Straßenbelägen in Deutschland. An 13 Asphaltmischanlagen der Unternehmensgruppe entsteht Asphalt, der bundesweit verbaut wird. Nun hat NWM einen wichtigen Schritt unternommen, um die Wiederaufbereitung von Asphalt wirtschaftlicher und flexibler zu gestalten – mit einer mobilen Siebanlage von Kleemann.

Für erfahrene Asphalt-Profis und langjährige Benninghoven Kunden wie NWM stand auf der Bauma 2025 in München ein Besuch am Wirtgen Group Messestand auf dem Programm. Dort war gerade die Live-Show zum Recycling-Management von Heißasphalt in vollem Gange – ein Thema, das sofort Neugier weckte. Doch Asphaltrecycling beginnt nicht erst in der Mischanlage, ein entscheidender Faktor ist die vorherige Aufbereitung des Altasphaltes. Hier kam Kleemann ins Spiel: Die Asphaltaufbereitung mit den Brech- und Siebanlagen beeindruckte, und so ergab sich ein Gespräch mit den Kleemann Experten.

Neue Wege gehen – mit eigener Materialaufbereitung

Mehr Autarkie im Recycling und der Aufbereitung von Asphalt war bei NWM seit längerem im Gespräch. Bislang wurde der bei Straßenbaustellen anfallende Ausbauasphalt, simpel gesagt, alte Straßen – von externen Dienstleistern aufbereitet. Auf das erste Kennenlernen auf der Bauma folgte eine umfassende Beratung und eine Live-Demo, wo das NWM-Team den Kleemann Prallbrecher MOBIREX MR 100 NEO, die Grobstücksiebanlage MOBISCREEN MSS 502 EVO und das mobile Haldenband MOBIBELT MBT 24 in Aktion sehen konnte. Die Inhouse-Aufbereitung schien damit plötzlich effizient umsetzbar. „Als erster Schritt passte die kompakte Siebanlage perfekt zu den Anforderungen – direkt vor Ort im Einsatz und auf Flexibilität und ein sauberes Endprodukt ausgelegt“, erinnert sich Friedhelm Döbber-Rüther, Prokurist bei NWM.

Direkter Input für die Asphaltmischanlage

Mit der anschließenden Anschaffung der MOBISCREEN MSS 502 EVO fiel der Startschuss für die eigenständige Materialaufbereitung. Heute wird das Fräsgut, das von verschiedenen Baustellen angeliefert wird, direkt vor Ort gesiebt. „Es ist ein echter Vorteil, dass das Absieben und Recyceln quasi nebenherlaufen. Unsere Mitarbeiter, die bisher nichts mit Materialaufbereitung zu tun hatten, loben die unkomplizierte Technik und das einfache Handling“, so Döbber-Rüther. „Die Siebanlage kann problemlos an wechselnden Standorten betrieben werden und liefert dabei konstant ein sauberes Produkt mit exaktem Trennschnitt – eine Grundvoraussetzung im Straßenbau. Unsere Zielkörnungen sind 0–8 und 8–22 mm – das ist das Material, das wir in unseren Mischwerken wieder einsetzen können.“ Alles, was darüber hinausgeht, also das Überkorn, wird gesammelt und von einem mobilen Lohnbrecher nachbearbeitet.

Ein Herr mittleren Alters lächelt in die Kamera.

„Als erster Schritt passte die kompakte Siebanlage perfekt zu den Anforderungen – direkt vor Ort im Einsatz und auf Flexibilität und ein sauberes Endprodukt ausgelegt.“

Friedhelm Döbber-Rüther, Prokurist bei den Nordwestdeutschen Mischwerken

Der Altasphalt wird mit Hilfe von Kleemann Prallbrechern und mobilen Siebanlagen aufbereitet. Das dadurch gewonnenen Material wird in der Benninghoven Asphaltmischanlage wiederverwendet und somit die Kreislaufwirtschaft angekurbelt.

Wirtgen Group – alles aus einer Hand

„Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Benninghoven. Es hat sich für den gesamten Prozess als echten Vorteil erwiesen, mit Kleemann auf eine weitere Marke innerhalb der Wirtgen Group zu bleiben“, berichtet der Prokurist.

„Die Wirtgen Group bietet jahrzehntelange Erfahrung im Straßenbau. Da gibt es einfach ein umfassendes Verständnis für alle Prozesse“, so Claus Gedecksnis, Kleemann Experte von Wirtgen Deutschland. „Wir haben uns die Situation bei NWM genau angeschaut und dann eine maßgeschneiderte Lösung angeboten. Dabei haben wir nicht nur die Anforderungen an die Brech- und Siebanlagen von Kleemann im Blick, wir denken auch an die weitere Verarbeitung. Wie sind die Maschinen ausgelegt? Welche Anforderungen werden an das Material gestellt, mit dem sie beschickt werden? Also von der Analyse der Ausgangssituation bis zur erfolgreichen Umsetzung maßgeschneiderter Lösungen. Hier profitieren unsere Kunden von der gebündelten Kompetenz der Wirtgen Group.“

Flexibel im Einsatz – auch dank Sonderausstattung

NWM entschied sich ganz bewusst für die kleinere der Kleemann Siebanlagen – für die MSS 502 EVO. Der Grund: Der Fokus des Unternehmens lag auf dem Thema Flexibilität. Die Anlage soll zwischen den 13 Mischwerken vergleichsweise einfach umgezogen werden können. Eine Transporthöhe von nur 3,20 Metern macht das möglich: Der Transport kann auf einem Standardtieflader erfolgen.

Aber nicht nur der einfache Transport, auch die Sonderausstattung trägt dazu bei, dass sich die Maschine an die Anforderungen anpassen kann. Das anfallende Asphaltfräsgut ist nicht ganz einfach in der Handhabung, es haftet durch das gebundene Bitumen schnell an. Daher ist das Unterdeck mit einer Edelstahlmasche ausgestattet. Zur Sonderausstattung gehört außerdem eine Trichtereinfüllhilfe, mit der die an den Standorten ohnehin vorhandenen Radlader zur Beschickung genutzt werden können. Eine Premium-Beleuchtung sorgt für beste Sicht beim frühen oder späten Schichtbetrieb. Darüber hinaus gibt die Option „Dual-Power“ die Möglichkeit die Maschine elektrisch zu betreiben – ein Thema, das bei NWM künftig weiterverfolgt werden soll.

Einfache Bedienung, begeisterte Mitarbeiter

Die Einarbeitung der Mitarbeitenden verlief reibungslos. „Unsere Leute kennen sich mit den Asphaltmischwerken sehr gut aus, sie sind technisch versiert – das hat sofort funktioniert“, erzählt Döbber-Rüther. „Als sie gesehen haben, wie viel verwertbares Material aus dem Fräsgut herauskommt, waren alle überzeugt. Heute läuft die Anlage ganz selbstverständlich im Tagesgeschäft mit.“ Mit der MOBISCREEN MSS 502 EVO ist der Einstieg in die Eigenaufbereitung gelungen: „Wir haben uns als ersten Schritt für eine Siebanlage entschieden.“ Ein zusätzlicher Brecher könnte das Unternehmen künftig in der Aufbereitung komplett autark machen – über diese Option wird noch nachgedacht.

Zahlen und Fakten

  • Siebanlage: MOBISCREEN MSS 502 EVO
  • Leistung: 800–1000 t/Tag
  • Zielkörnungen: 0–8 mm, 8–22 mm
  • Ausstattung: Premium-Beleuchtung, Trichtereinfüllhilfe, Dual-Power mit der Möglichkeit der externen Fremdeinspeisung

Details und weitere Informationen finden Sie auf unseren Produktseiten.

Aufsicht auf die laufende mobile Siebanlage.