Sanierung einer Rennstrecke

Rennstrecke Brünn aus der Vogelperspektive.

Höchste Anforderungen an Asphalt und Einbau

Sechs Vögele Maschinen und eine Benninghoven Mischanlage im Einsatz für Motorrad-Rennstrecke in Brünn

Wird die Stadt Brünn erwähnt, geraten Motorsportfans ins Schwärmen: Seit 1930 werden hier Rennen gefahren. Nach einigen ruhigeren Jahren zeigt sich der Kurs jetzt in neuem Glanz. Neben der Infrastruktur wurde auch die Fahrbahn erneuert. Der Spezialasphalt, hergestellt in einer Benninghoven Anlage und eingebaut von drei Vögele Fertigern und Beschickern, sorgt bei den Fahrern für Begeisterung.

An internationale Rennstrecken werden besonders hohe Anforderungen in Bezug auf Ebenheit, Griffigkeit, Texturhomogenität und andere Faktoren gestellt: Es geht um maximalen Grip und durchgängige Ebenheit – und damit auch um die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer bei Geschwindigkeiten von rund 300 km/h. Die Sanierung der Rennstrecke in Brünn umfasste die komplette Fahrbahn des 5,4 km langen Masaryk-Rings: Über die Breite von durchschnittlich 15 m – auf der Start-Ziel-Geraden sogar 17 m – bauten drei Vögele Fertiger und Beschicker einen 2,5 cm starken Profilausgleich und eine 4 cm starke Deckschicht ein.

Hohe Anforderungen, aber nur wenig Zeit

Abgesehen von den genauen Vorgaben an die Asphaltmischung und den Einbau gab es für das Einbauteam um David Tejkal, Bauleiter des Generalunternehmers Strabag a.s., noch eine weitere Herausforderung: „Wir hatten eine strikte Deadline: Zwei Monate vor dem Grand Prix musste die Strecke übergeben werden.“ Das bedeutete eine sehr kurze Vorbereitungszeit von nur vier Wochen. Gearbeitet werden konnte zudem nur tagsüber. Täglich waren deshalb 50 Arbeiter und 5 Techniker vor Ort. „Der enge Zeitplan erforderte eine exakte Koordination zwischen allen Beteiligten und eine absolut verlässliche, leistungsstarke Maschinentechnik“, so Tejkal.

„Der enge Zeitplan erforderte eine exakte Koordination zwischen allen Beteiligten und eine absolut verlässliche, leistungsstarke Maschinentechnik.“

David Tejkal, Bauleiter Strabag a.s.

Spezielle Asphaltmischung

Zunächst galt es, für den Asphalt die perfekte Materialmischung zu finden, um die Oberfläche der Fahrbahn optimal zu gestalten: griffiger, schneller, sicherer. Das Beratungsunternehmen Hart Consult erarbeitete ein Sanierungskonzept für die Strecke. „Unter anderem haben wir für alle Rohstoffe, die Mischgutzusammensetzung, Arbeitsabläufe und die Qualitätssicherung projektbezogene und mit dem Motorradweltverband FIM abgestimmte Spezifikationen erstellt und deren Umsetzung vor Ort überwacht“, erklärt Mario Peiker, Geschäftsführer und technischer Leiter des Beratungsunternehmens Hart Consult International GmbH. Jede Abweichung davon hätte potenziell Auswirkungen auf Performance und Sicherheit. Hergestellt wurde der Spezialasphalt in einer Benninghoven Asphaltmischanlage BA 4000 von Brnenska Obalovna / Strabag.

Smart Weighing System für konstante Asphaltqualität

Ideal erwies sich für dieses Projekt das Smart Weighing System von Benninghoven, eine moderne, intelligente Dosiertechnologie. Es dosiert komplett sensorfrei und selbstlernend, mit maximaler Effizienz und minimaler Toleranz – auch bei unterschiedlichen Bedingungen wie schwankenden Temperaturen oder variierenden Mengen des Weißminerals. Das System reagiert in Echtzeit auf den Materialfluss und schafft die Voraussetzung für eine so exakte Rezepturführung, wie sie mit konventionellen Methoden kaum realisierbar ist. Damit ist das Smart Weighing System überall dort besonders wertvoll, wo es um extrem geringe Rezepturtoleranzen geht – wie in diesem Projekt, wo jede Abweichung von den Spezifikationen Auswirkungen auf Performance und Sicherheit hätte.

Um das Smart Weighing System nutzen zu können, galt es jedoch erst, die neueste Mischanlagen-Steuerungsversion BLS 4 von Benninghoven auf der bestehenden BA 4000 von Brnenska Obalnova zu integrieren. Auch dieser Steuerungsumbau gelang in kürzester Zeit, dank engster Zusammenarbeit zwischen Benninghoven, Hart Consult und Strabag. „Es war wirklich beeindruckend zu erkennen, was die neue Steuerungssoftware an Vorteilen in der Genauigkeit der Produktion bringt. Da wir die Produktionstoleranzen um fast 50 % gegenüber den nationalen Regelwerken einschränken, können diese Vorgaben nur mit einer perfekt kalibrierten Mischanlage eingehalten werden“, sagt Peiker.

Mario Peiker, Geschäftsführer und technischer Leiter von Hart Consult International GmbH lächlet in die Kamera, hinter ihm Asphalteinbau-Arbeiten.

„Es war wirklich beeindruckend zu erkennen, was die neue Steuerungssoftware an Vorteilen in der Genauigkeit der Produktion bringt. Da wir die Produktionstoleranzen um fast 50 % gegenüber den nationalen Regelwerken einschränken, können diese Vorgaben nur mit einer perfekt kalibrierten Mischanlage eingehalten werden.“

Mario Peiker, Geschäftsführer und technischer Leiter von Hart Consult International GmbH

Asphaltmischanlage vor bewölktem Himmel.

Die Asphaltmischanlage BA 4000 von Benninghoven bei Brnenska Obalovna lieferte den Spezialasphalt für die Rennstrecke.

Ein Rendering zeigt im Querschnitt das Smart Weighing System.

Das Smart Weighing System (im Bild der Übergang von der Heißsilierung zur Mineralwaage) regelt die präzise Dosierung der Zuschlagsstoffe im Mischprozess – für optimale Abstimmung und gleichbleibende Qualität.

Gleichmäßiger Materialfluss, nahtloser Einbau

Der Spezialasphalt musste unterbrechungsfrei und ohne Temperaturverluste eingebaut werden, um die hohen Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Dafür sorgte eine präzise abgestimmte Logistik: Thermoisolierte Lkw lieferten das Mischgut direkt an drei Vögele Beschicker vom Typ MT 3000‑2i Standard. Diese nahmen die Ladung in kürzester Zeit auf und förderten das Mischgut kontinuierlich an die Vögele Fertiger. Die sensorgesteuerte Förderbandheizung der Beschicker stellte dabei sicher, dass der Asphalt ohne Wärmeverluste bei den Fertigern ankam.

Der Einbau selbst erfolgte im Heiß‑an‑Heiß‑Verfahren, um eine nahtlose Oberfläche zu erzielen. Durch die hohen Schubkräfte auf der Rennstrecke würden sich Nähte oder Fugen ansonsten nach kürzester Zeit öffnen. Drei Straßenfertiger vom Typ SUPER 1800‑3i arbeiteten dabei Bahn an Bahn leicht versetzt nebeneinander – über die gesamte Fahrbahnbreite von 15 m bis 17 m. Der Heiß-an-Heiß-Einbau ermöglichte einen optimalen Verbund und eine wasserundurchlässige, stabile und langlebige Fahrbahnoberfläche.

Der Einbau des 2,5 cm starken Profilausgleichs und der 4 cm starken Deckschicht erfolgte nahtlos über die gesamte Fahrbahnbreite von 15 m bis 17 m.

„Der neue Asphalt ist großartig, glatt, ohne Unebenheiten und hat einen unglaublichen Grip. Man kann in einer größeren Neigung fahren und viel früher Gas geben. Man spürt wirklich, wie das Hinterrad einen nach vorne treibt.“

Filip Salač, Motorradrennfahrer, in einem Interview für iDNES.cz

Sensorensystem sorgt für maximale Ebenheit

Für die exakte Einhaltung der Ebenheitsvorgabe in Längsrichtung kam die Nivellierautomatik Niveltronic Plus in Kombination mit dem Big-MultiPlex‑Ski zum Einsatz. An dem Halterungssystem wurden drei Ultraschall-Multi-Sensoren montiert, die den Untergrund der Ausgleichs- und Deckschicht an mehreren Punkten gleichzeitig abtastete. Aus den Messwerten berechnete die Nivellierautomatik einen Mittelwert über den gesamten Messbereich hinweg und glich so auch langgestreckte Unebenheiten aus. Die Ausziehbohle AB 500 TV sorgte mit den Verdichtungsaggregaten Tamper und Vibration für eine hohe Vorverdichtung. Das führte zu einer hohen Oberflächenqualität. Das Ergebnis: eine homogene, ebene Asphaltdeckschicht mit optimaler Textur – ideal für eine Rennstrecke.

Rechtzeitig eingebaut, geprüft und freigegeben

Trotz des herausfordernden Zeitrahmens konnte das Projekt rechtzeitig abgeschlossen werden. In nur vier Wochen wurden im Automotodrom Brünn insgesamt rund 14.000 t Asphaltmischgut eingebaut. Die gesamte Strecke wurde von den Behörden geprüft und freigegeben. Motorsportfans dürfen sich also wieder auf viele spannende Rennen in Brünn freuen.

Details zur Baustelle

  • Projekt: Sanierung der Fahrbahn auf dem Masaryk-Ring
  • Ort: Brünn, Tschechische Republik
  • Gesamtbreite: durchschnittlich 15 m, bis zu 17 m an der Start-Ziel-Geraden
  • Einbaulänge: 5,4 km
  • Einbaustärke: 4 cm Deckschicht, 2,5 cm Profilausgleich
  • Einbaumenge: 14.000 t

Details und weitere Informationen erhalten Sie auf unseren Produktseiten.

Vögele Fertiger bauen auf einer Rennstecke Asphalt ein, im Vordergrund liegen Autoreifen.