Hoffnungsvoll in die Zukunft

Tausende Minderjährige werden in der Hafenstadt Cebu City zur Prostitution gezwungen. Mit einem neuen Hilfsprojekt am Rande eines Rotlichtviertels eröffnet die Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e.V. Wege aus Not und Elend.

Nach Schätzungen werden in den Rotlichtvierteln der Hafenstadt Cebu City mehr als 10.000 meist minderjährige Mädchen und Frauen zur Prostitution gezwungen. Kriminelle Schlepperbanden locken die Mädchen von den umliegenden kleinen Inseln unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Millionenmetropole. Man verspricht ihnen dort eine Arbeitsstelle mit guten Verdienstmöglichkeiten in einem Restaurant oder in einer Fabrik. In der Hoffnung, ihre Familien zu Hause unterstützen zu können, folgen die Mädchen bereitwillig. In Cebu City angekommen, beginnt für sie ein Albtraum.

Durch Schläge, Drogen, Alkohol und Nahrungsentzug werden die Jugendlichen gefügig gemacht. Damit sie nicht wieder die Flucht ergreifen, drohen ihnen ihre Peiniger, ihre Geschwister zu Hause ebenfalls nach Cebu zu entführen. Die Situation scheint für diese jungen Frauen am Rande der Millionenstadt ausweglos zu sein, allein auf sich gestellt, ohne Geld und ohne Hoffnung.

Ausweitung der Hilfe

In einem dieser Rotlichtviertel leben unter katastrophalen Bedingungen viele Klein- und Schulkinder. Bisher gibt es dort keinen Kindergarten für die Kleinsten und für die Schüler kaum Möglichkeiten, irgendwo in aller Ruhe ihre Schulaufgaben zu machen. Father Max bat uns, ihn in diesem schwierigen Milieu ebenfalls zu unterstützen. Bisher konzentrierten sich unsere gemeinsamen Hilfsprojekte auf die Müllkippen in Cebu City sowie auf einen Friedhof, auf denen sich viele der ärmsten Familien niedergelassen haben. Meistens sind es die Kinder, die am schlimmsten leiden und am verletzlichsten sind. Doch es besteht auch Hoffnung, dass sie dem Teufelskreis entfliehen können, wenn sie frühzeitig Hilfe erhalten.

Circa 70 Kinder bis zum Schulalter sollen im Erdgeschoss unseres neuen Gebäudes halbtags von zwei Lehrerinnen und weiteren Helferinnen betreut und auf ihre Schulzeit vorbereitet werden. Im mittleren Stockwerk haben Schüler aller Altersklassen die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben mit Unterstützung von einem Lehrer und Studenten zu erledigen. Das oberste Stockwerk ist geplant als Besprechungsraum für die Mütter der Kinder, aber auch für Fortbildungsseminare für die Schülerinnen und Schüler. Da der Gesundheitszustand der Mädchen und Jungen Anlass zur Sorge gibt, soll es täglich kostenfreie Mahlzeiten für die Kinder geben. Die Küche ist bereits im Bau. Ziel dieses Projektes ist es, die Kinder bis zum Ende ihrer Schulzeit durch entsprechende Hilfsmaßnahmen zu begleiten.

Ein weiteres Schulgebäude in Alegria im Süden der Insel Cebu steht kurz vor der Fertigstellung. Dieser nicht geplante Bau hat die Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e. V. vor große Finanzierungsprobleme gestellt. Bei einer Besichtigung der Junior High School St. Peter Academy in Alegria, die von mehr als 800 Schülerinnen und Schülern aus den ärmsten Familien besucht wird, wurden von der Schulbehörde in zwei großen Klassenräumen gravierende Sicherheitsmängel beanstandet. Da das Gebäude bereits mehr als 30 Jahre alt ist und aus minderwertigen Materialien gebaut ist, lohnten sich Umbauarbeiten und Reparaturen nicht mehr. Es mussten neue Fenster eingebaut werden, die Schallgrenze in den Klassenräumen war weit überschritten, es fehlten Fluchtwege im Falle eines Feuers usw.

Das Community Center in einem Rotlichtbezirk in Cebu City nimmt bald die Arbeit auf.

Das Community Center in einem Rotlichtbezirk in Cebu City nimmt bald die Arbeit auf.

Erfolgreiche Ausbildung als Chance

Da die Finanzierung des Neubaus von vier großen Klassenräumen nicht vollständig sichergestellt war, übernahm die WIRTGEN GROUP die fehlende Hälfte der Gesamtfinanzierung, so dass mit dem Bau sofort begonnen werden konnte. Nach den Schulferien werden die Mädchen und Jungen der vierten und fünften Klasse in das neue Schulgebäude einziehen. Damit ist sichergestellt, dass die Schüler ihre Schulausbildung nicht unterbrechen oder in einer weit entfernt liegenden Schule fortführen müssen. In diesem Jahr werden circa 200 ehemalige Schüler der St. Peter Academy ihre Berufsausbildung in Cebu City mit der finanziellen Hilfe ihrer Paten und der Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e. V. beenden. Nachdem sie einen Arbeitsplatz gefunden haben, werden sie in der Lage sein, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie haben es geschafft, den Kreislauf der großen Armut ihrer Familien in Alegria zu durchbrechen und werden künftig auch ihre Familien unterstützen können.

Damit haben wir eines unserer wesentlichen Ziele erreicht.

Bildung ist für die Schüler der St. Peter Academy Hilfe zur Selbsthilfe.

Bildung ist für die Schüler der St. Peter Academy Hilfe zur Selbsthilfe.

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