Mit dem Kaltrecycling-Zug neue Strassen fertigen

Das Fräsen und Pulverisieren übernimmt ein Fräs- und Mischrotor mit Hartmetallmeißeln, wie sie auch Kaltfräsen verwenden. Im Maschineninneren wird dann das Material in einem Mischraum aufbereitet, indem Bindemittel computergesteuert zugegeben werden. Einige der Recycler arbeiten mit einem „variablen Mischraum“. Er vergrößert sich, je größer die gewählte Arbeitstiefe ist. Parallel dazu steigt die Bindemittelzugabe computergesteuert, abhängig von der Tiefe und dem Vorschub der Maschine. Dieses Prinzip hilft, das Mischgut optimal aufzubereiten. Bei den Bindemitteln kann zwischen Bitumenemulsion, Schaumbitumen und Zement gewählt werden.

Suspensionsmischanlage dosiert Zement

Die Versorgung mit Heißbitumen zur Herstellung von Schaumbitumen oder Bitumenemulsion und dem obligatorischen Wasser übernehmen Tankwagen. Zement kann entweder vorgestreut werden oder man setzt eine sogenannte Suspensionsmischanlage ein. Diese Mischanlage dosiert exakt die richtige Menge Zement, mischt diesen mit Wasser zu einer Suspension und leitet das Bindemittel direkt in den Mischraum des Kaltrecyclers weiter. In diesem Fall erübrigt sich das Vorstreuen des Zements. Die Suspensionsmischanlage verhindert Staubbildung, es geht kein Material verloren und die Qualität der Recyclingschicht wird gesteigert.

Umweltfreundlich und effizient

Die benötigten Versorgungs-Tankwagen schiebt der Kaltrecycler vor sich her. Man spricht deshalb auch von einem Kaltrecycling-Zug. Einige WIRTGEN Kaltrecycler verfügen über eine Einbaubohle am Heck der Maschine, die das Recyclingmischgut einbaut. Bei allen anderen WIRTGEN Kaltrecyclern wird das Recyclingmischgut durch schwere Tandemwalzen und Walzenzüge verdichtet.

Eine Einbaubohle fertigt die neue Strasse

Auf die recycelte Schicht bauen Straßenfertiger zumeist noch eine abschließende, dünne Deckschicht aus neuem Asphaltmischgut ein, die wiederum von Walzen verdichtet wird. Für dieses Verfahren sprechen die kurze Bauzeit und die hohe Wirtschaftlichkeit. Wenn man bedenkt, dass Kaltrecycling „in situ“ auf einen Straßenkilometer etwa 600 Lkw-Transporte von Baustoffen einsparen hilft, wird deutlich, wie groß das Einsparpotenzial gegenüber dem logistisch und personell aufwändigeren konventionellen Deckenaustausch ist.