Warum Jingjintangs Expressway wieder schwere Lasten schultert.

Gigantische Investitionen ließen Chinas Autobahnnetz auf über 25.000 Straßenkilometer anwachsen. Viele dieser Straßen wurden für ein weitaus geringeres Verkehrsvolumen ausgelegt, als heute tatsächlich verkehrt, sodass neben dem Neubau auch immer mehr Instandsetzungsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Heißrecycling im Remix-Verfahren auf dem Jingjintang Expressway in China

Heißrecycling im Remix-Verfahren auf dem Jingjintang Expressway in China

Einer dieser Sanierungsfälle ist der Jingjintang Expressway, der die Hafenstadt Tianjin mit der Hauptstadt Peking verbindet. 35.000 Fahrzeuge am Tag, darunter 10% Lkw, beanspruchen den Verkehrsweg wesentlich stärker als geplant. Der Schwerlastverkehr war es auch, der besonders die rechte Spur buchstäblich in die Brüche gehen ließ. Die Eigner der Schnellstraße entschieden, mehrere Baulose der 143 km langen Straße heiß zu recyceln. Der Vorteil des Verfahrens: statt alternativ eine neue Deckschicht über die gesamte Fahrbahnbreite einzubauen, musste nur die tatsächlich beschädigte Lkw-Spur saniert werden. Auch ein möglicher Deckenaustausch wäre teurer geworden.

Eines dieser Baulose lag zwischen Dayafang und Caiyu und war 30 km lang. In einer Tiefe von 4 cm und einer Breite von 3,8 bis 4 m musste sich das Heißrecycling beweisen. Auf eine Wirtgen Heizmaschine HM 4500 folgten die Heizaggregate des Remixers RX 4500. Den aufgewärmten Asphalt lockerte die Maschine auf und förderte ihn in den Zweiwellen-Zwangsmischer. Dort wurde das vorhandene Material mit 8 bis 10% neuem Mischgut und zusätzlich 0,4 bis 0,6 l Bitumen pro Quadratmeter gründlich vermischt. Die integrierte Einbaubohle baute dann das grunderneuerte Deckschichtmaterial ein. Dabei kam der Recyclingzug mit einer Geschwindigkeit von 1,6 bis 2,2 m/min voran. Nach der Verdichtung gehörte die Trasse bereits nach wenigen Stunden wieder den schweren Lkw.

Die Besitzer des Jingjintang Expressways zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis – sowohl von der schnellen „in situ“ Bauweise als auch von der Tatsache, dass nur die beschädigte Richtungsfahrbahn kurzzeitig für den Verkehr gesperrt werden musste.

Die Baustelle: Jingjintang Expressway, China
Einbaugeschwindigkeit: 1,6-2,2 m/min
Einbaubreite: 3,8-4,0 m
Zugabe an neuem Mischgut: 8-10%
Zugabe von Bitumen: 0,4-0,6 l/m²
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