PRO-Anlagenzug begeistert im Granit

In zwei Stufen zum Splitt

In Schlag, inmitten des Bayerischen Waldes, übernahm die Berger Rohstoffe GmbH 2020 einen Steinbruch. Dort arbeitet seit August 2020 ein PRO-Anlagenzug von Kleemann. Herz der Anlage sind zwei PRO-Anlagen: der mobile Backenbrecher MOBICAT MC 120 Zi PRO und der mobile Kegelbrecher MOBICONE MCO 11i PRO. Die mobilen Siebanlagen MOBISCREEN MS 952i und MS 953i EVO sowie das Haldenband MOBIBELT MBT 20 runden den Anlagenzug ab. Seither überzeugt der Anlagenzug durch hohe Produktivität und Wirtschaftlichkeit und produziert Splitte für hochwertige Betone, sowie Korngemische für Frostschutzschichten.

Der Steinbruch Schlag wurde bis 2019 als Werksteinbruch betrieben. Seit 2020 wird dort Granit aus dem Bayerischen Wald zu Schotter und Splitten verschiedener Fraktionen gebrochen. Im Rahmen des Umbaus zu einem Massensteinbruch hat Berger sich nach neuen Brech- und Siebanlagen umgesehen. „Im benachbarten Tschechien haben wir einen Standort mit ähnlichen Anforderungen. Dort läuft seit 2019 ein Kleemann Anlagenzug, dessen Konstellation für uns perfekt ist“, erklärt Markus Penz, der die Anlage als Ingenieur technisch betreut.

Durch den Umbau zum Massensteinbruch ergaben sich Aufräumarbeiten an vielen Stellen. Um bei voranschreitendem Abbau die Transportwege nicht zu lang werden zu lassen und die Rentabilität sicher zu stellen, sollte die neue Anlage auf jeden Fall mobil sein. Berger hat dazu das Gelände so aufbereitet, dass die Anlage problemlos bewegt werden kann.

Aufgabematerial: Granit

Aufgabegröße: 0–400 mm

Endprodukt: Splitt (0–2 mm | 2–5 mm | 5–8 mm | 8–16 mm | 16–22 mm); Frostschutzschicht (0–32 mm | 0–56 mm)

Verwendung: Gesteinskörnungen zur Betonproduktion

Stabil und wirtschaftlich

Bei der Wahl der Anlagentechnik fiel die Entscheidung wieder auf einen PRO-Anlagenzug von Kleemann, da dieses Ensemble in puncto Eignung und Leistung die Anforderungen vollständig erfüllt. Ein Kernpunkt war die Robustheit der Brecher: „Für uns ist das ein Vorteil der Kleemann-Anlagen, denn diese Brecher sind stabil und massiv ausgeführt“, sagt Markus Penz. Dazu kam die Gewissheit, „dass wir über Kleemann bzw. die Wirtgen Group eine hervorragende fachliche Betreuung und Parts-Versorgung erwarten können. Durch die Anlagen in Tschechien wissen wir, dass das Wartungskonzept optimal ausgelegt ist und die Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können.“


Von Haus aus Verschleißschutz inklusive

Weil Granit sehr abrasiv ist, legt Berger Wert auf einen anlagenseitig guten Verschleißschutz. So verfügt der Backenbrecher MC 120 Zi PRO über ein unabhängiges Doppeldecker-Vorsieb, das den Materialstrom nivelliert und die Feinanteile über den Brecherbypass direkt auf das Brecherabzugsband leitet. Der Brecher wird dadurch entlastet und auf diese Weise Verschleiß reduziert. Der Backenbrecher ist zudem mit einer Brecherabszugsrinne ausgestattet, die das Brecherabzugsband schützt. Die beiden MOBISCREEN EVO Siebanlagen sind am Bandabwurf bzw. an der Übergabe auf den Siebkasten mit mehreren Prallplatten bestückt, die das Material gleichmäßig auf die Siebfläche verteilen und damit vor Verschleiß schützen.

Weit öffnende Klappen und eine kluge Anordnung der relevanten Komponenten verkürzen den Aufwand für die täglichen Checks, die Wartung und den Wechsel verschlissener Teile.

Nur zwei Brechstufen zum Splitt

Hoch zufrieden ist das Team auch, weil aus dem aufgegebenen Granit in nur zwei Brechstufen die gewünschten Splitte entstehen. In der Vorzerkleinerung wird die Kornform nur in geringem Maße beeinflusst, im zweiten Schritt erfolgt das Brechen auf Sollgröße. „Das ist normalerweise fast unmöglich. Zu Testzwecken hatten wir im Vorfeld Material aus den Steinbrüchen im Kleemann eigenen Labor getestet. Nach dem Feintuning des Anlagenzuges wird nun kontinuierlich in dieser Qualität produziert“, erklärt Andreas Wagner, Kleemann Fachberater von Wirtgen Deutschland. Markus Penz ist äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. „Das Material geht etwa zur Hälfte an unsere Betonmischanlagen. Deren Anforderungen liegen über den geltenden Normen. Aber mit dieser Anlage können wir alle Zielvorgaben souverän erfüllen, denn sie ist noch besser, als wir gedacht hatten."

Das Team von Berger Bau (v.l.n.r.: David Göttlich, Leiter Steinbruch Schlag, Markus Penz, Betriebsingenieur und Anlagenführer/Maschinist Josef Dankesreiter) bei der Übergabe der PRO-Anlage durch Andreas Wagner, Kleemann Fachberater von Wirtgen Deutschland (rechts).

Stabiler Prozess dank Linienkopplung

Der gesamte Anlagenzug besteht aus fünf Maschinen und läuft als Linienkopplung. Das bedeutet, dass eine automatische Regelung den gesamten Prozess stabilisiert. Dabei arbeitet jede Maschine grundsätzlich für sich, gibt aber bei Störungen oder Überfüllungen Signale an die vor- und nachgeschalteten Maschinen. Die Beschickungsregelung Continuous Feed System (CFS) sorgt zudem für eine optimale Auslastung der Brecher.

Letztlich werden alle Komponenten gleichmäßig beschickt. Das ist für Markus Penz keine Selbstverständlichkeit, denn „wir machen hier aus einem Naturprodukt ein Normprodukt. Das Gestein bricht unterschiedlich und es gibt Schwankungen: beim Gefüge, durch die Witterung und die Art der Aufgabe. Da sind Leistungsschwankungen normal. Genau diese Schwankungen werden durch den optimalen Prozess dank Linienkopplung in Kombination mit der Maschinensteuerung, der richtigen Auswahl an Maschinen und nicht zuletzt durch qualifiziertes Personal ausgeglichen."

Diese automatisierte Abstimmung entlastet die Bediener und harmonisiert den Prozess. Außerdem sorgt eine Verbindung aller Maschinen für Sicherheit: Wird irgendwo am Anlagenzug ein Not-Halt gedrückt, werden alle Maschinen sicher gestoppt. Schäden oder Überlast-Situationen werden durch dieses Konzept vermieden. Alles zusammen führt zu einer hohen Verfügbarkeit und Leistung bei geringem Verschleiß.

Zur Verringerung der Staubbelastung sind die MOBISCREEN Siebanlagen ausgestattet mit einer Bandabdeckung und einer Wasseranlage am Feinkornaustragsband.

Dual Power: Mit E-Antrieben fit für die Zukunft

Berger hat alle Komponenten mit der Option externer Stromeinspeisung ausrüsten lassen. Das heißt, dass beispielsweise die Siebanlagen entweder elektrohydraulisch oder dieselhydraulisch angetrieben werden können. Derzeit wird der reine Elektroantrieb zum Beispiel genutzt, um die mobile Siebanlage MOBISCREEN MS 953i EVO über den vom Backenbrecher MC 120 Zi PRO zur Verfügung stehenden Strom zu betreiben. Das reduziert den Bedarf an Kraftstoff, Emissionen werden reduziert und der Betrieb ist leiser. Das kommt den Mitarbeitern ebenso zugute wie der umliegenden Bevölkerung, der Flora und Fauna.

Ein Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesteinsgewinnung und -veredelung sind die Kleemann Anlagen mit Dual Power. "Wir möchten umweltfreundlich produzieren. Da sind fossile Brennstoffe auf Dauer nicht mehr zeitgemäß. Deshalb möchten wir langfristig die komplette Struktur des Steinbruchs auf Elektroantriebe umstellen", so Markus Penz. Darum betreibt die Berger Rohstoffe GmbH in vielen Steinbrüchen Photovoltaik-Anlagen.

Die Nutzung des lokal erzeugten Stroms in sämtlichen Verbrauchern des Standorts ermöglicht eine nachhaltige Produktion der Mineralstoffe. Derzeit wird bilanziell ca. 40 % des Gesamtenergiebedarfs regenerativ erzeugt, aber der Anteil soll wachsen. "Darum untersuchen wir bereits wissenschaftlich, wie die mobilen Anlagen auch bei Standortwechseln im Steinbruch optimal an die Photovoltaik-Anlagen angebunden werden können. Im Moment ist die Dual Power-Funktion vor allem aus Sicht des Klimaschutzes und nur zu einem geringen Teil aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Aber irgendwann in naher Zukunft wird der Betrieb über Elektroantriebe der wirtschaftlichere sein." Davon ist der Ingenieur überzeugt.

Nachhaltige Gesteinsproduktion mit E-Antrieben

Ein Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesteinsgewinnung und -veredelung sind die Kleemann Anlagen mit Dual Power. "Wir möchten umweltfreundlich produzieren. Da sind fossile Brennstoffe auf Dauer nicht mehr zeitgemäß. Deshalb möchten wir langfristig die komplette Struktur des Steinbruchs auf Elektroantriebe umstellen", so Markus Penz. Darum betreibt die Berger Rohstoffe GmbH in vielen Steinbrüchen Photovoltaik-Anlagen.

Die Nutzung des lokal erzeugten Stroms in sämtlichen Verbrauchern des Standorts ermöglicht eine nachhaltige Produktion der Mineralstoffe. Derzeit wird bilanziell ca. 40 % des Gesamtenergiebedarfs regenerativ erzeugt, aber der Anteil soll wachsen. "Darum untersuchen wir bereits wissenschaftlich, wie die mobilen Anlagen auch bei Standortwechseln im Steinbruch optimal an die Photovoltaik-Anlagen angebunden werden können. Im Moment ist die Dual Power-Funktion vor allem aus Sicht des Klimaschutzes und nur zu einem geringen Teil aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Aber irgendwann in naher Zukunft wird der Betrieb über Elektroantriebe der wirtschaftlichere sein." Davon ist der Ingenieur überzeugt.

Intuitive Bedienung

Nach der Lieferung der neuen Anlagen musste sich das dreiköpfige Kernteam in Schlag auch mit der Bedienung der mobilen Brech- und Siebanlagen vertraut machen. Das fiel ihnen ausgesprochen leicht, da beispielsweise die Brechanlagen mit SPECTIVE ausgestattet sind. „Das Bediensystem SPECTIVE ist so aufgebaut, dass jeder sich intuitiv zurechtfinden kann. Alles ist bildlich dargestellt, aber man kann auch in der Tiefe einsteigen. Darum ist die Anlage auch für Kollegen, die sie nur selten bedienen, total einfach“, sagt Markus Penz. Darüber hinaus trägt die klare Benutzerführung für ihn auch zur Sicherheit bei: „Man kann bei der Bedienung nicht viel verkehrt machen, da die Maschine eventuell falsche Einstellungen nicht zulässt. Dieser Schutz erlaubt es den Bedienern, sich im Rahmen des Sinnvollen und der technischen Vorgaben auch mal was zu trauen, und das ist gut so."

Im Bediensystem SPECTIVE von Kleemann werden alle Daten als Werte, aber auch grafisch angezeigt. Das erleichtert die Bedienung.

Entspannt pflegen

Nach den ersten Monaten und den Erfahrungen aus Tschechien ist für das Team in Schlag auch klar: „Die Brech- und Siebanlagen sind sehr gut zugänglich. In einer mobilen Anlage ist immer alles enger und kompakter als in einer stationären, um die Mobilität zu ermöglichen. Trotzdem erreichen wir alle Stellen ohne nennenswerte Demontagearbeiten. Dazu kommt, dass auch die Anleitungen kompakt, aber präzise sind. Zudem sind Arbeiten, die über den täglichen Check hinaus gehen, einfach zu erledigen, denn die Maschinen sind so designt, dass wir vieles in Eigenregie machen können.“

Wenn doch ein Service-Techniker kommen muss, sind die Fachleute der Wirtgen Group schnell erreichbar. „Wir haben auf jeder Ebene kompetente Ansprechpersonen: im Vertrieb, im Service, in der Ersatzteil-Versorgung. Zudem schätzen wir auch die Bereitschaft, Lösungen zu finden. Diese gute Zusammenarbeit kennen wir bereits von den Geräten und Produkten der anderen Marken der Wirtgen Group, denn durch diesen Anlagenzug von Kleemann haben wir in Deutschland nun Produkte aller Marken der Wirtgen Group in unserer Flotte."