Wirtgen Technologien stemmen Megaprojekt in Nigeria

Sanierung der Autobahn A2 auf 375 km im Kaltrecycling-Verfahren

Im Auftrag des Nigerianischen Bundesministeriums für Bau- und Wohnungswesen saniert Julius Berger Nigeria Plc (JBN) die Autobahn A2 auf einer Länge von 375 km von der Hauptstadt Abuja bis nach Kano im Norden Nigerias im Kaltrecycling-Verfahren. Im Einsatz sind zahlreiche Wirtgen Group Anlagen und Maschinen.

Nigeria | Autobahn A2

Die Abuja-Kaduna-Zaria-Kano-Road (AKR) ist Teil des „Trans-African-Highways“, der zu einem System transkontinentaler Straßenbauprojekte gehört. Ziel der Baumaßnahme ist die Förderung der afrikanischen Wirtschaft durch ein gut ausgebautes Handelsstraßennetz. Mit dem Ausbau erfolgt die Anbindung des wirtschaftlich schwächeren Nordens an die ökonomisch stärkeren Regionen des Landes.

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Neue Dimension des Projekts durch Auftragserweiterung zum Vollausbau

Durch eine Auftragserweiterung wurde das Projekt neu ausgerichtet: Statt der bisherigen Teilsanierung erfolgt nun der Vollausbau der Strecke zuzüglich Standspur, inklusive der Erstellung von Sonderbauwerken wie Fußgängerbrücken, Straßenbeleuchtung, Mautstraßen sowie Tank- und Rastanlagen entlang der Trasse. Die Fertigstellung des Vollausbaus ist bereits für das zweite Quartal 2023 geplant, die Arbeiten an den Sonderbauwerken für Anfang 2024.

Daten und Fakten auf einen Blick
Projektdetails
Projektbeschreibung
Sanierung und Erweiterung der A2 – Abuja-Kaduna-Zaria-Kano in Nigeria
Länge der Strecke
375 km
 
Ausführende Unternehmung
Julius Berger Nigeria Plc (JBN)
Bauweise
Kaltrecycling mit Schaumbitumen

Wirtgen Group Maschinenflotte

Zwei komplette Kaltrecycling- und Einbauflotten mit insgesamt 75 Geräten, darunter

  • Wirtgen Großfräsen, Bodenstabilisierer, Kaltrecycler und Gleitschalungsfertiger
  • Kleemann Prallbrecher
  • Wirtgen Kaltmischanlagen
  • Vögele Asphaltfertiger und Beschicker
  • Hamm Walzen

Von Anfang an auf umweltfreundliche Technologie gesetzt: Sanierung in Kaltrecycling-Bauweise mit Schaumbitumen

Nigeria legt beim Ausbau der Infrastruktur Wert auf umweltfreundliche Technologien. Die Kaltrecycling-Bauweise mit Schaumbitumen ist eine echte Innovation im nigerianischen Straßenbau und wurde von Julius Berger von Anfang an als Alternative zu herkömmlichen Bauweisen in Betracht gezogen. Als versierter, erfahrener Partner liefert die Wirtgen Group nicht nur das notwendige maschinelle Equipment, sondern steht dem nigerianischen Unternehmen mit deutscher Firmengeschichte auch mit technologischer Betreuung beratend zur Seite.

„Das Kaltrecycling ermöglicht die optimale und ressourcenschonende Verwendung des vorhandenen Materials. Deshalb haben wir als erstes Unternehmen in Nigeria es uns zur Auflage gemacht, das Potenzial dieser Technologie für uns und unseren Auftraggeber auszuschöpfen.“

Benjamin Bott, Projektleiter Julius Berger Nigeria Plc

Geräte der Wirtgen Group überzeugen durch Effizienz und Langlebigkeit

Julius Berger hat bereits zu Projektbeginn mit zwei kompletten Kaltrecycling- und Einbauflotten insgesamt 45 Geräte der Wirtgen Group ins Land geholt: Wirtgen Großfräsen für das Abtragen des vorhandenen Belags, Wirtgen Bodenstabilisierer und Kaltrecycler sowie Streufahrzeuge von Streumaster für die Aufbereitung des Unterbaus, mobile Kleemann Prallbrecher und Wirtgen Kaltmischanlagen für die Aufbereitung des gefrästen Asphalts zu Mischgut, Vögele Asphaltfertiger und Beschicker für den Asphalteinbau und Hamm Walzen für die Verdichtung.

Weil die eingesetzten Maschinen durch Effizienz und Langlebigkeit überzeugen, kommen in diesem Jahr noch weitere 30 Geräte dazu, darunter Anbaustabilisierer und Gleitschalungsfertiger von Wirtgen sowie mehrere Vögele und Hamm Maschinen.

Maschinen, Anwendungsexpertise und After-Sales-Service – geballte Wirtgen Power

Neben dem passenden Maschinenequipment kann sich das Team von Julius Berger auch auf die hohe Anwendungsexpertise und die technologische Betreuung der Wirtgen Group verlassen. Der zuverlässige After-Sales-Service in Nigeria trägt darüber hinaus wesentlich zur Verfügbarkeit der Maschinen bei und sorgt für die reibungslosen Abläufe bei diesem Megaprojekt.

Außer den Kaltrecycling-Spezialisten der Wirtgen Group sind auch Experten des Ingenieurbüros Loudon Consultants aus Südafrika mit in das Projekt eingebunden.

„Wir wollten ein technologisch ausgereiftes Gesamtpaket anbieten und nehmen deshalb auch die fachliche Beratung der Wirtgen Group in Anspruch. Dazu kommt der gute After-Sales-Service hier in Nigeria.“

Benjamin Bott, Projektdirektor Julius Berger Nigeria Plc (JBN)



Abgestimmte Prozesse

Stabilisierung

Die Stabilisierung des Unterbaus erfolgt mit den Bodenstabilisierern WR 250 und WR 240. Dazu bringen Streufahrzeuge SW 20 MC und SW 18 SC im Vorfeld Zement in der vorab definierten Menge aus. Je nach Beschaffenheit erfolgt die Aufbereitung des Bodens in einer Tiefe von 175 mm beziehungsweise 250 mm.

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Verdichtung

Im Anschluss übernehmen Walzenzüge vom Typ 3520 P mit Stampffußbandage die Verdichtung. Walzenzüge vom Typ 3520 D mit Glattbandage stellen dann eine ebene und hochwertige Oberfläche her, nachdem das geforderte Level mittels Grader erreicht wurde.

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Aufbereitung von Asphalt

Der von Wirtgen Großfräsen abgetragene Asphalt wird zu einem der mobilen Aufbereitungsplätze transportiert. Dort bricht ein Prallbrecher MOBIREX MR 110 Z EVO2 das Fräsgut und reduziert dabei die Korngröße von circa 150 mm auf die Endkorngröße von 0/40 mm.

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Kaltrecycling

Direkt daneben steht eine Kaltmischanlage KMA 220 bereit, um aus dem gebrochenen Fräsgut unter Zugabe von 2 % Schaumbitumen und 1 % Zement neues Mischgut (BSM) herzustellen.

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Einbau und Verdichtung

Das kalt recycelte Material wird als 15 cm dicke Tragschicht mit Fertigern vom Typ SUPER 2100-3 mit HD Konfiguration eingebaut. Die Verdichtung übernehmen Tandemwalzen HD 70 und HD 90 sowie Gummiradwalzen GRW 15 und HP 180.

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Geringe Lebenszykluskosten der AKR durch wirtschaftliche Bauweise

Auch nach der Projekterweiterung erfolgen die Arbeiten auf der A2 zwischen Abuja und Kano dank Kaltrecycling mit Schaumbitumen mit einer hervorragenden Klimabilanz.

  • Reduzierung der Baumaterialtransporte um bis zu 90 % dank der fast vollständigen Wiederverwertung des Oberbaus
  • Einsparung von Ressourcen bis zu 90 %
  • Einsparungen bei der Materialentsorgung bis zu 100 %
  • Deutlich reduzierter Kraftstoffverbrauch
  • Geringerer CO₂-Ausstoß

Besonders ins Gewicht fällt die Einsparung von Bindemitteln bis zu 50 % durch die Kaltrecycling-Bauweise. Nach wie vor sind Bindemittel der größte Kostenfaktor in der Straßensanierung. Dank der besonderen Eigenschaften des BSM führt die Kaltrecycling-Technologie zu äußerst geringen Kosten über den gesamten Nutzungszeitraum von Straßen wie der Abuja-Kaduna-Zaria-Road in Nigeria.