Am Anfang jeder neuen Strasse steht der Erd- und Felsbau

Nicht immer findet man in der Natur ideale Bodenverhältnisse vor – sei es für Tief- oder für Hochbauprojekte. Oftmals muss zunächst das Erdreich bearbeitet werden, um die Tragfähigkeit zu erhöhen. Andernorts müssen massive, felsige Untergründe geebnet werden. Welche Verfahren legen die Grundlagen?

Bodenverdichtung

Bevor Trag-, Binder- und Deckschicht eingebaut werden können, stehen zunächst Erdbauarbeiten an, denn in der Mehrheit aller Fälle ist der Boden locker und nicht ausreichend tragfähig. Das wichtigste Verfahren im Erdbau ist die Verdichtung. Sie hat die Aufgabe, den mit Luft und Wasser gefüllten Porenraum eines Bodens zu verringern. Dadurch bekommt der Boden die gewünschte Eigenschaft: er wird widerstandsfähiger gegen die Beanspruchung durch Verkehr und Klima.

Als besonders effektiv hat sich im Erdbau die dynamische Verdichtung mit Vibrations- oder Oszillationswalzen erwiesen, bei denen der Verdichtungseffekt auf dem Zusammenwirken von Schwingungen der Walzbandage und dem Gewicht der Walze beruht.

Die Verdichtung bindiger Böden erfolgt am wirkungsvollsten durch Walzenzüge mit Stampffußbandagen bei großen Amplituden, nicht bindige Böden verdichtet man am besten mit Glattmantelbandagen und kleineren Amplituden. Damit ist der Boden für den Straßenoberbau vorbereitet – es sei denn, sein Feuchtigkeitsgehalt ist noch zu hoch. Solche Böden müssen zusätzlich stabilisiert werden.

Bodenstabilisierung

Extrem bindige und durchfeuchtete Böden lassen sich nicht mit Walzen verdichten. Sie müssen zuerst stabilisiert werden, bevor sie tragfähig sind und sich als Untergrund für den Straßenbau eignen.

Die Stabilisierung hat das Ziel, das Wasser im Boden dauerhaft zu binden. Dies erreicht man durch das Einmischen der Bindemittel Kalk oder Zement. Besonders bei der Bodenstabilisierung mit Zement wird der Untergrund dauerhaft gegen Verkehrsbelastungen, Wassereinbruch und Frost widerstandsfähig. Böden, die stabilisiert werden müssen, sind häufig morastig und nur mit leistungsstarken, allradgetriebenen Fahrzeugen zu befahren. Bodenstabilisierer verfügen deshalb über große, grobstollige Räder, eine hohe Traktion und einen leistungsfähigen Fahrantrieb. Ihre Mischrotoren durchmischen in einem Arbeitsgang bis zu 56 cm des Bodens mit dem vorgestreuten Bindemittel. Dadurch sinkt der Wassergehalt und der Boden wird krümelig, sodass Walzenzüge ihn perfekt verdichten können.

Trassierung

Bei Straßen in felsigem Gelände kommen Kaltfräsen oder Surface Miner zum Einsatz, um das Gelände für den Straßenbau vorzubereiten – oder wie es im Fachjargon heißt: zu trassieren.

Trassierungsarbeiten werden häufig bei Untergründen aus Kalkstein, Schiefer, Granit oder anderen Gesteinsarten mittels Sprengung durchgeführt. Erschütterungen, Lärm und Staubbelastungen sind die Folge. Dort, wo das Sprengen wegen nahe gelegener Häuser, Industrieanlagen oder Bahngleise nicht möglich ist, werden Trassen durch Schneiden des Gesteins erstellt. Mit diesem umweltfreundlicheren Verfahren erfolgt der Gesteinsabbau erschütterungsfrei.

Schon während des Schneidvorgangs der mit Hartmetallmeißeln bestückten Schneidwalze wird das Gestein über das schwenkbare Abwurfband auf Lkw verladen. Dank gleichmäßiger Korngröße kann es ohne Nachbehandlung als Füllmaterial verwendet werden. Auf der präzise profilierten Oberfläche ist nun problemlos der Straßeneinbau möglich.

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